Freiwillige in Israel während Corona – aktiv den Unterschied machen

Seit Juni 2015 gibt es eine Kooperation zwischen ADI Negev (ehem. ALEH) und dem Marsch des Lebens e.V., bei der Freiwillige einen Freiwilligendienst absolvieren können.
Trotz der Corona Pandemie haben sich vier Jugendliche im Oktober 2020 entschieden nach Israel zu reisen, um für 6-9 Monate in ADI Negev zu helfen. ADI Negev ist ein Wohn- und Rehabilitationsdorf für schwerbehinderte Kinder und Erwachsene im Süden Israels. Der Ausbruch des Coronavirus hat Einschränkungen nach ADI Negev gebracht, so konnte etwa die Hälfte des regulären Personals und die örtlichen freiwilligen Helfer nicht mehr arbeiten. Umso wichtiger ist der internationale Freiwilligendienst gerade jetzt in dieser Zeit!

Drei Freiwillige vom Marsch des Lebens waren bereits im November 2017 in Israel als Teil der Jugendgruppe der TOS Gemeinde Tübingen, die unter anderem ADI Negev besucht hatten. Sie waren damals schon sehr beeindruckt von der Liebe und Wertschätzung den Bewohnern gegenüber. Das sie gerade während der weltweiten Corona Pandemie den Bewohnern dort  dienen dürfen, sei für sie als Deutsche ein besonderes Vorrecht, da ihre Vorfahren entweder aktiv oder passiv an den Verbrechen des Holocausts während des zweiten Weltkriegs beteiligt waren.

Leo Ebe, 18, hatte viel über den Holocaust in der Schule gelernt, aber bis seine Familie angefangen hat, ihre Geschichte selbst aufzuarbeiten, wusste er nicht, dass er eine persönliche Verbindung zu der finsteren Vergangenheit hat. Ebe´s Urgroßvater war Teil der SS in Osteuropa. Er hat jüdische Dörfer verbrannt, Kunstgegenstände und Schmuck der Juden gestohlen und die Menschen ermordet.

Anna-Suzette Pfeiffer, 18, die in ADIs Kindergarten arbeitet, berichtete, dass ihre Eltern mit der Familienrecherche angefangen haben, als sie vier oder fünf Jahre alt war. Alle Urgroßväter der Familie Pfeiffer waren Nazis. Einer der Großväter ihrer Mutter hat beim Bau der Elektrozäune und Gaskammern im Vernichtungslager Auschwitz geholfen.

Obwohl die Freiwilligen die Vergangenheit nicht ändern können, sind sie dankbar für die Gelegenheit, mit jüdischen Kindern zu arbeiten.

Die besondere Geschichte der Freiwilligen hat in den letzten Wochen Anklang in der internationalen Presse gefunden. Hier finden Sie eine Auswahl von entsprechenden Artikeln (englisch).