Im Jahr 2018 fand der erste Marsch der Nationen zum 70. Jahrestag der Staatengründung Israels statt.
Nach diesem Highlight war klar, dass diese Botschaft nicht nur in Jerusalem auf die Straße getragen werden muss, sondern auch in die Städte Israels. Daher fanden im Juni 2019 die drei nächsten March of the Nations statt. Jeweils in Sderot, Kfar Saba, Tiberias.

Nächster March of the Nations:

10.-17.Mai 2020

 

Berichte der bisherigen March of the Nations

2019

DREI STÄDTE – EINE BOTSCHAFT

Der March of the Nations 2019: Israel und die Nationen stehen in Freundschaft zusammen

Eine wahre Explosion der Freude kennzeichnete den Marsch der Nationen am 20. Juni, bei dem etwa 1000 Israelis und internationale Teilnehmer gemeinsam durch drei Städte Israels zogen. 

Es war der letzte Schultag für die israelischen Schüler – ein Tag, den man normalerweise als Familie am Strand verbringt. Trotzdem sammelten sich in Sderot, Kfar Saba und Tiberias am Donnerstagnachmittag Schüler, Studenten, Soldaten und Familien zum Marsch der Nationen. Unter den Marschierenden befanden sich auch zahlreiche Holocaustüberlebende, die bei einem Treffen vor dem Marsch aus ihrem Leben erzählten. Leopold Yehuda Fischer, der 1937 im damaligen Karlsbad in der Tschechoslowakei geboren wurde, war einer von ihnen. Auf eindrückliche Weise schilderte er, wie eines Tages zwei SS Männer kamen und seinen Vater abholten. Von diesem Tag an hatte der Siebenjährige keinen Vater mehr. Für Leopold selbst begann eine Odyssee von Flucht und Verstecken: In einem Kloster in Prag, drei Monate in einer Holzbox im Garten, später mehrere Monate in einem Loch im Boden: „Ich konnte mich nicht bewegen, durfte kein Laut von mir geben. Ich weiß nicht, was ich dort drin den ganzen Tag gemacht habe, aber ich wusste, dass ich in diesem Loch war, weil ich ein Jude bin. Heute bin ich 82 Jahre alt, ich lebe in einem jüdischen Staat und ich bin stolz darauf, ein Jude zu sein!“  
Nachfahren der Täter erzählten ebenfalls die Geschichte ihrer Familien, die verantwortlich waren für eben jene Verfolgung, Ausplünderung und Ermordung, von denen die Holocaustüberlebenden in den drei Städten erzählten. Auf dem Marsch der Nationen liefen sie gemeinsam als Zeichen der Freudschaft, die nicht bei der Vergangenheit stehen bleibt, sondern heute gegen den weltweit wachsenden Antisemitismus aufsteht und sich an die Seite des jüdischen Staates stellt. 

Nirgendwo ist diese Solidarität gefragter als in Sderot, das nur einen Kilometer vom Gazastreifen entfernt liegt und in dem Raketenalarm und das Ausharren in Bunkern zum Alltag gehören. Der letzte Angriff, bei dem eine Jeschiwa getroffen wurde, war nur eine Woche vor dem Marsch der Nationen gewesen. Lautes Hupen und Winken aus den Autos begleitete den singenden und tanzenden Marsch durch das Stadtzentrum. Der Oberrabbiner Guatemalas, Yosef Garmon, fasste bei der Abschlussveranstaltung das Erlebte zusammen: „In der Schoa gab es nur zwei Fragen: Wo ist Gott? Und: Wo sind die Menschen? Und als ich euch heute gesehen habe, wurde mir klar – ihr seid die Menschen und Gott ist mit euch!“ Er selbst werde nun einen Marsch des Lebens in Guatemala auf den Weg bringen. 
Auch die Bürgermeister aller drei Städte zeigten sich begeistert über die Freude, Freundschaft und die zahlreichen tiefen Begegnungen während des Marschs. „Das ist jetzt auch eure Stadt! Ihr gehört zu uns und ihr müsst im nächsten Jahr wiederkommen!“, sagte der Bürgermeister von Tiberias. Auch in Sderot und Kfar Saba sollen nun jedes Jahr Märsche stattfinden.

In Vorbereitung auf den Marsch der Nationen hatten sich die internationalen Teilnehmer für zwei Tage zu einer Konferenz in Beit Shmuel in Jerusalem versammelt. Der Auftakt bildete eine Dinner-Gala „Night to Honor Israel“ in der Blaustein Hall mit atemberaubendem Blick auf die Jerusalemer Altstadt bei Nacht. Zahlreiche Freunde der Marsch des Lebens Bewegung aus der israelischen Politik und Gesellschaft, sowie aus christlichen und jüdischen Werken feierten gemeinsam mit den Teilnehmern. Die Knessetabgeordnete Orit Farkash-Hacohen drückte den internationalen Vertretern der Märsche des Lebens ihre besondere Wertschätzung aus: „Leiterschaft ist eine innere Haltung, die sich in deinen Werten ausdrückt. Und wenn ich euch hier alle aus den verschiedenen Nationen als Nichtjuden versammelt sehe, die sich verpflichtet haben keinen neuen Antisemitismus zu dulden und die darüber hinaus noch praktische Hilfe für Holocaustüberlebende leisten, dann verkörpert ihr wahre Leiterschaft.“

Fleur Hassan-Nahoum hieß als stellvertretende Bürgermeisterin Jerusalems die Gäste in der Hauptstadt willkommen und erklärte anhand des Thoraabschnitts der Woche über den Unglauben der Kundschafter unter Mose, die Bedeutung des Marsches der Nationen. Die Sünde der Kundschafter damals sei ihr Unglaube gewesen, die Angst zu Folge gehabt habe. „Ich möchte euch danken, dass ihr den Glauben und die Entschlossenheit habt, die uns, die wir hier leben, für uns selber fehlt. Denn manchmal können wir nicht über unsere Angst hinaussehen. Aber ihr seid diejenigen, die uns den Glauben und die Entschlossenheit geben, um weiter zu machen. Daher: Von Herzen Danke von der Stadt Jerusalem und dem gesamten jüdischen Volk!“  

Auf der Konferenz ermutigten die Sprecher in verschiedenen Lehren und Seminaren zu eben jener Entschlossenheit, die nicht der Angst nachgibt, oder den scheinbar einfacheren Weg der Anpassung wählt, sondern an den Ordnungen Gottes festhält. Diese bereiteten die Teilnehmer nicht nur auf den Marsch der Nationen in den verschiedenen Städten Israels vor, sondern ermutigten jeden einzelnen in seinem Umfeld ein Licht zu sein und für Israel die Stimme zu erheben.

Hier Videozusammenfassung ansehen

 

2018

UNITED TO BE A LIGHT

6000 Teilnehmer aus der ganzen Welt beim March of the Nations in Jerusalem

Am Dienstag den  15.5.2018 fand anlässlich des 70jährigen Bestehens des Staates Israel ein großer Marsch der Nationen mit 6000 Teilnehmern aus Israel und über 50 Nationen statt. Der Marsch endete in der Open Air Arena Sultan’s Pool mit einem Festival of Life, bei dem die Nationen ihre Solidarität mit Israel bekundeten und erklärten, ihre Stimme gegen Antisemitismus in ihren Ländern zu erheben.

Die internationale Marsch des Lebens Bewegung, die von Jobst und Charlotte Bittner in Deutschland initiiert wurde, hatte zu diesem besonderen Datum Christen aus aller Welt nach Jerusalem eingeladen. In den zwei Tagen vor dem Marsch fand eine internationale Konferenz mit 2000 Teilnehmern statt, die zur intensiven Auseinandersetzung mit dem Holocaust und der Rolle des jahrtausendealten christlichen Antijudaismus diente.

Bei der Startveranstaltung des Marsches am Dienstagnachmittag im Sacher Park erzählten Christen aus verschiedenen Nationen von der Verstrickung ihrer Länder und Familien in den Holocaust und Pogrome und erklärten, entschlossen gegen jede Form von Antisemitismus und mit Israel zu stehen. Darunter waren Bärbel Pfeiffer, deren Großvater als Ingenieur das Vernichtungslager Auschwitz mit aufgebaut hatte, und Afshin Shamsianpur, der als iranischer Staatsbürger in einem Video erklärte: „Wir werden keinen weiteren Holocaust durch die Hand des Iran zulassen. Ich stehe zu Israel und dem Gott Israels und dem jüdischen Volk.“

Der Bürgermeister von Jerusalem, Nir Barkat, erklärte seine persönlichen Gründe für seine Teilnahme am Marsch der Nationen: „Als Jobst Bittner und seine Frau Charlotte vor fast einem Jahr in mein Büro kamen und mir ihr Vorhaben vorstellten, war ich davon sehr bewegt. Ich sagte meine Teilnahme zu, vor allem deswegen, weil ich ein Enkel von Holocaustüberlebenden bin. Wir müssen sicherstellen, dass so etwas nie wieder passiert. Und ihr seid wunderbare Partner dafür.“ Auch der Knessetabgeordnete Yehuda Glick begrüßte den Marsch der Nationen mit spürbarer Begeisterung.

Bereits vor dem Marsch fand ein Empfang im israelischen Parlament, der Knesset, für 100 Pastoren und Leiter der Marsch des Lebens Bewegung statt, der vom „Knesset Christian Allies Caucus“ ausgerichtet wurde. Dabei brachten die Knessetabgeordneten Nachman Shai, Yoel Hasson (beide Zionist Union), Yehuda Glick (Likud), Merav Ben-Ari (Kulanu), Oded Forer und Robert Ilatov  (Israel Beiteinu) ihre besondere Wertschätzung für die weltweite Stimme des Marsch des Lebens zum Ausdruck.

Kurz nach 17 Uhr setzte sich der Marsch mit unzähligen Flaggen Israels und der Nationen in Bewegung. Israelische Passanten zeigten sich sichtlich bewegt angesichts der Welle von Freundschaft und Solidarität, die der Marsch transportierte. Manche hatten Tränen in den Augen. Am nächsten Tag berichtete unter anderen die Times of Israel, dass den meisten Beistehenden wahrscheinlich nicht bewusst war, dass viele der Marschteilnehmer Vorfahren in der SA, SS und deutschen Wehrmacht hatten. Einfühlsam klärten die israelischen Medien darüber auf und hielten die Geschichten einzelner Marschteilnehmer in Interviews fest.

Zum Abschluss in der Open-Air Arena Sultan´s Pool kamen als Ehrengäste  1500 Holocaustüberlebende dazu, die die Partnerorganisation Helping Hand Coalition – Global Forum eingeladen hatte. Unter dem Namen „Festival of Life“ wurde an diesem Abend das Wunder von 70 Jahren Israel mit israelischen und internationalen Künstlern gefeiert. Der israelische Staatspräsident Reuven Rivlin dankte den Teilnehmern in einer Videobotschaft für ein „Zeichen wahrer Freundschaft“. Der israelische Kommunikationsminister Ayoob Kara und Josh Reinstein vom Christian Allies Caucus der Knesset sprachen über die besondere Bedeutung des Marsches der Nationen zu dieser Zeit. Als Zeichen der israelischen Redewendung MiSchoa LeTkuma – Vom Holocaust zu neuem Leben – kam der Holocaustüberlebende Yechiel Aleksander mit seiner ganzen Familie – Kindern, Enkeln und Urenkeln – auf die Bühne. Mit über 90 Jahren reist er noch um die ganze Welt, um bei so vielen Märschen des Lebens wie möglich dabei zu sein – Deutschland, Polen, Österreich, Israel. Stolz verkündet er, dass er jetzt weit mehr Märsche des Lebens als Todesmärsche miterlebt hat.

Im Rahmen der Veranstaltung wurde der Marsch des Lebens Award an Generalmajor Doron Almog verliehen. Er geht an Menschen, die sich in besonderer Weise für die Erinnerung an den Holocaust, die Versöhnung zwischen den Nachkommen von Tätern und Opfern oder den Staat Israel verdient gemacht haben. Doron Almog hat neben großen militärischen Verdiensten die Wohltätigkeitsorganisation Aleh gegründet, in der Kinder und Erwachsene mit schwersten Behinderungen auf höchstem Niveau versorgt werden. Er ist davon überzeugt, dass eine Gesellschaft sich daran messen lassen muss, wie sie mit ihren schwächsten Mitgliedern umgeht.

Zum Abschluss zündete Yechiel Aleksander eine Fackel an und gab das Licht an 70 Vertreter der jungen Generation aus Israel und den Nationen weiter, die es in einem Fackellauf symbolisch in die Welt hinaustrugen. Jobst Bittner, der Gründer der Marsch des Lebens Bewegung, rief alle Teilnehmer dazu auf, gemäß dem Motto des Marsches der Nationen – United to be a Light – das Licht in die Nationen zu tragen und überall auf der Welt Märsche des Lebens zu veranstalten.

Bilder der Veranstaltung:

http://bit.ly/MON_Photos

Grußwort Staatspräsident Reuven Rivlin:

http://bit.ly/MON_Reuven_Rivlin

Grußwort Sprecher der Knesset Yuli Edelstein:

http://bit.ly/MON_Yuli_Edelstein