Das Leben feiern inmitten des Kriegs

Petra Hennig, Mitarbeiterin im Marsch des Lebens Haus in Caesarea über die aktuelle Situation der Holocaustüberlebenden in Israel:

Die aktuelle Situation seit dem 7. Oktober 2023 ist beispiellos. Bis zu diesem Zeitpunkt hätte niemand gedacht, dass etwas wie der Holocaust oder ein Pogrom in Israel selbst geschehen könnte. Das Sicherheitsgefühl der Israelis war plötzlich verschwunden. Viele Holocaust-Überlebende fühlten sich in die Zeit des Zweiten Weltkriegs zurückversetzt.

Die Raketenangriffe aus dem Iran im Juni 2025 waren schlimm, doch bei den Holocaustüberlebenden ist eine bemerkenswerte Resilienz zu beobachten. Zwar empfanden alle die Angriffe als belastend, doch hatten diese nicht so weitreichende traumatische Auswirkungen auf die Holocaustüberlebenden – zumindest nicht auf diejenigen, mit denen ich gesprochen habe – wie die Ereignisse des 7. Oktober.

Ein weiterhin bestehendes Problem stellt jedoch die Situation mit den Schutzräumen dar. Nur etwa 50 % der Israelis verfügen in ihren Häusern oder Wohnungen über einen eigenen Schutzraum. Der Rest muss bei einem Alarm in einen nahegelegenen Schutzraum laufen. Auch Holocaustüberlebende sind davon betroffen. Manche von ihnen mussten beispielsweise aus dem achten Stockwerk in den Keller hinunterlaufen oder durch mehrere Häuser, um einen Schutzraum zu erreichen. Einige blieben sogar im Treppenhaus, weil sie es in der vorgegebenen Zeit nicht bis dorthin schafften.

Nach zwölf Tagen voller Raketenalarm und Bunkeraufenthalten konnten wir in der letzten Woche endlich wieder gemeinsam mit unseren Gästen aus Or Akiva das Leben feiern. Die Begegnungen, die Gespräche und das Lachen waren ein Lichtblick für die Holocaustüberlebenden und stärkten das Gefühl der Verbundenheit.

Das „Am Israel Chai“ wurde wieder einmal laut und deutlich und zu einem Bekenntnis für das Leben in Zeiten der Krise.

Über die Arbeit in Caesarea:

Das Marsch des Lebens Haus in Caesarea ist seit 2015 ein Ort der Begegnung und Freundschaft. Für viele Holocaustüberlebende in Israel ist es zu einem Zeichen der Hoffnung geworden. Petra Hennig ist Mitarbeiterin in Caesarea und hostet regelmäßig Treffen mit Holocaustüberlebenden und ihren Nachfahren im Haus, wo sie gemeinsam Essen, Reden und Gemeinschaft haben. So wird einer der größten Nöte der Überlebenden direkt begegnet – Einsamkeit und Alleingelassen sein mit den Traumata – und der Auftrag des Propheten Jesaja erfüllt: „Tröstet, tröstet mein Volk“.

Die laufenden Kosten für Miete, Lebensmittel, Haus- und Gartenpflege usw. sind in Israel sehr hoch und können mit den Einnahmen durch regelmäßige Spenden und Übernachtungen nicht immer vollständig gedeckt werden. Mit Ihrer Spende helfen Sie uns, das Haus für Holocaustüberlebende und andere Gäste bereit zu halten.

Zum Betterplace-Spendenprojekt:
https://www.betterplace.org/de/projects/75594-ein-ort-der-freundschaft-und-zeichen-der-hoffnung-fuer-holocaustueberlebende?utm_campaign=nl-pr&utm_medium=greeting-link&utm_source=pr-nl-75594

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