Chanukka Tage

Chanukka ist das jüdische Lichterfest, bei dem an die Wiedereinweihung des Zweiten Tempels in Jerusalem 164 v. Chr. erinnert wird. Mit dem charakteristischen neunarmigen Leuchter, auf dem an acht Abenden Kerze für Kerze angezündet wird, ist Chanukka ein Zeichen für das Wiedererstehen jüdischen Lebens und Glaubens auch angesichts dunkler Umstände.

Seit 2004 wird in Tübingen öffentlich Chanukka gefeiert und jeden Abend an ausgewählten Orten in der Stadt ein weiteres Licht am Chanukka-Leuchter angezündet. Die Lichter der Chanukkia sollen ein Zeichen der Freundschaft und Verbundenheit mit Israel und ein Statement gegen erneut aufflammenden Antisemitismus sein.

Die Jüdisch-Christlichen Begegnungs- und Kulturwoche feiert die jüdische Kultur mit Konzerten, Lesungen oder auch dem traditionellen Dreidel-Spiel. Daneben bieten Vorträge zum jüdischen Leben in Deutschland, Chanukka, aber auch über das Thema Antisemitismus und die Erinnerung an den Holocaust ein vielfältiges Programm.

Bisherige Vortagsthemen:

  • „Jüdisches Leben heute in Deutschland – Wirklichkeit und Konstruktion“
    (Manfred Levy, Mitarbeiter im Pädagogischen Zentrum des Jüdischen Museums Frankfurt und des Fritz Bauer Instituts)
  • Ein Gespräch mit Rabbiner Zsolt Balla
  • „Israel Fakten Check“ – Fakten über Israel
    (Gottfried Bühler, 1. Vorsitzende ICEJ Deutschland und Carmen Shamsianpur, Islamwissenschaftlerin und Historikerin)
  • „Haben die Juden in Europa noch eine Zukunft?“
    (Stephan J. Kramer)
  • „Die Sprache der Judenfeindschaft im 21. Jahrhundert“
    (Matthias J. Becker, TU Berlin, Institut für Sprache und Kommunikation, DFG-Projekt „Aktuelle Konzeptualisierungen von Terrorismus“)
  • „Die Frauen von Block 10 – Medizinische Versuche in Auschwitz“
    (Prof. Dr. Hans-Joachim Lang, Historiker und Journalist)
  • „Aktueller Antisemitismus und Israelkritik“
    (Dr. Martin Ulmer, Kulturwissenschaftler und Historiker)
  • „Johannes Reuchlin und der Judenbücherstreit“
    (Dr. Hans-Peter Willi, Theologe und Buchhändler)
  • „Die Bedeutung von Chanukka in der Geschichte der Tübinger Juden“

(Jobst Bittner, Gründer und 1. Vorsitzender des Marsch des Lebens e.V.)

 

Bisherige Kulturveranstaltungen:

  • Crashkurs Jiddisch
  • Jüdisch-Christlicher Konzertabend
  • „Dreidel & Latkes Abend“
  • Kunstausstellung von Mina Gampel: Tradition und Moderne
  • Lesung „Israel Mein Freund“ mit Carmen Shamsianpur, Islamwissenschaftlerin und Historikerin

 

Mehr über Chanukka

Nach der Eroberung des Landes Israel im Jahre 200 v. Chr. durch die Seleukiden war es den Juden verboten, ihren Glauben auszuüben. Auf die Beschneidung und das Halten des Schabbats stand die Todesstrafe. Schließlich wurde der Tempel in Jerusalem entweiht und eine Zeus-Statue darin aufgerichtet. Unter der Führung der Makkabäer gelang es den Hebräern völlig unerwartet, die zahlenmäßig und militärisch überlegenen Hellenisten zu vertreiben, und der Tempel konnte neu eingeweiht werden. Für den Tempelleuchter fand man allerdings nur einen kleinen Krug reinen Öls, das für einen Tag brennen würde. Durch ein Wunder brannte es jedoch acht Tage lang, bis man neues reines Öl gewonnen hatte.